Ein anderer Blick auf Hitler

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Traudl Junge hat in Worte gefasst, wie sie die Zeit des Nationalsozialismus erlebt hat. Das Buch ist eine Art Erlebnisbericht, der für dieses Thema verhältnismäßig wertneutral geschrieben ist.

Gerade am Anfang des Buches erscheint die Person Traudl Junge unheimlich naiv. Ihre Träume und Vorstellungen vom Leben kann man wohl heute gleichsetzen mit den Ideen, ein Influencer oder Rapper zu werden. Doch bald geht für sie das echte Arbeitsleben als Sekretärin los. So weit, so unspektakulär. Wäre nicht Adolf Hitler ihr Chef, dann wäre ihre Geschichte einfach die irgendeines beliebigen Menschen gewesen. Und das sah Traudl Junge auch selber so. Im Buch wird gern betont, dass es sich um eine gute, aber normale Arbeitsstelle gehandelt hat und dass man am Anfang auch keine Besonderheiten ausmachen konnte. Das Buch ist kein reißerischer Beitrag zur Glorifizierung oder Verteufelung, sondern eben ein Bericht über alltägliche Arbeitssituationen im Umfeld der NS-Regierung.
Ich habe beim Lesen den Eindruck gewonnen, dass man versucht hat, die wertenden Aussagen – seien es bewundernde oder negative – so weit wie möglich herauszunehmen oder abzuschwächen. Man bekommt die Gefühle und Stimmung zwar vermittelt, aber sehr zurückhaltend, eigentlich nur unterschwellig wahrnehmbar.

Für mich war es zugegebener Maßen schwer, mich durchzukämpfen. Das Buch hat nur sehr geringen Unterhaltungswert, gibt aber einen durchaus interessanten Blick auf einzelne historisch wertvolle Augenblicke. Wer also Interesse an Zusammenhängen im Hintergrund hat, kann hier fündig werden. Muss sich aber auf eine nüchterne Gestaltung gefasst machen.

Klappentext: T. Junge – Bis zur letzten Stunde

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Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben

Koautor M. Müller

“Traudl Junge war 22 und träumte von einer Karriere als Tänzerin – als sie die “Chance ihres Lebens” bekam: Adolf Hitler bat die junge Sekretärin zum Diktat. Von 1942 bis zu Hitlers Tod war sie stets an seiner Seite, tippte seine Reden, seine Briefe und sogar sein sogenanntes “privates” und “politisches” Testament. Unmittelbar nach dem Krieg zeichnete Traudl Junge ihre Erlebnisse zwischen Führerbunker und Berghof auf – erst mit diesem Buch wird dieses historisch einzigartige Dokument veröffentlicht.”

Klappentext: B. Bryson – Frühstück mit Kängurus

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Australische Abenteuer

“Bis vor wenigen Jahren war Australien für die meisten von uns ein entlegenes Land, das außer endlosem Busch und springenden Beuteltieren wenig Nennenswertes zu bieten schien. Und das völlig zu Unrecht, wie Bill Bryson in seinem neuesten Reisebericht beweist, denn dieser Kontinent der Superlative steckt voller überraschender Entdeckungen und Kuriositäten, die man in der restlichen Welt vergebens suchen wird…”

Das Leben als Gottheit

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Wow! Stellt euch das mal vor: Ein kleines Mädchen wird vom königlichen Astrologen ausgewählt um die Göttin Kumari zu sein, körperlich geprüft und sie wird ihren Eltern weggenommen, um im Tempel zu leben (was natürlich eine Ehre für die Familie ist). Ihr darf kein Wunsch verwehrt werden. Niemand darf etwas tun, was ihr nicht gefällt. Niemand darf ihr widersprechen. Und dann ist sie plötzlich zu alt, um Göttin zu sein, weil sie ihre Regelblutung bekommt. Also wird sie ihrer Familie zurückgegeben. Plötzlich muss sie normal zur Schule und Lehrern gehorchen, normal erwachsen werden, den Eltern und älteren Geschwistern gehorchen. Ohne jede Vorbereitung wird alles einfach beendet und es wird eine neue Kindgöttin vom Astrologen bestimmt. So lief es viele Jahrhunderte. Und so läuft es auch heute noch.

Im Buch “Göttin auf Zeit” aus dem Jahr 2006 von Gerhard Haase-Hindenberg geht es um das Mädchen Amita und ihre Erfahrungen als eben jene Kindgöttin.
Ich war wie im Bann, als ich das Buch gelesen habe. Es ist in unserer Kultur kaum noch vorstellbar, dass es derartige Zwänge immer noch gibt und diese gelebt werden. Im Buch ist gut ablesbar, welche guten und schlechten Folgen das Gottheitsein für Amita hatte. Der saubere Schreibstil unterstreicht, das der Autor die Geschichte des Mädchens neutral behandeln wollte. Dennoch merkt man dem Text an mancher Stelle eine leichte Wertung an. Ich persönlich brauchte das auch in meiner klitzekleinen Schockstarre. Es ist ein sehr empfehlenswertes Buch!

Klappentext: G. Haase-Hindenberg – Göttin auf Zeit

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Amitas Kindheit als Kumari in Kathmandu

“In einem Palast in Kathmandu wird ein kleines Mädchen als die Jungfrauengöttin Kumari verehrt. Sie lebt getrennt von ihrer Familie und der Außenwelt, ihr Tagesablauf ist bestimmt von jahrhundertealten religiösen Ritualen. Doch mit dem Ende ihrer Kindheit endet auch ihre göttliche Existenz, und die Kumari muss in ein Leben zurückkehren, auf das sie niemand vorbereitet hat.

Fesselnd und einfühlsam erzählt Gerhard Haase-Hindenberg die wahre Geschichte der einzigen lebenden Göttin der Welt. Amita Shakyas geheimnisvolle Kindheit ermöglicht erstmals den Blick in einen exotischen Kosmos, zu dem der Westen bislang keinen Zugang hatte.

Die wahre Geschichte einer lebenden Göttin”

Erfahrungen aus dem Schriftstelleralltag

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Stefan Schwarz schreibt in “Ich höre dir zu, Schatz” über kleine Momente aus seinem eigenen Leben und die lustigen Situationen, die sich darin ergeben. Oftmals zeigt er neben Witz auch Biss. Und meistens braucht er den auch.

Kurzweilig, zum Schreien komisch und so so wahr. Sehr kurz zwar, aber es gibt ja einige dieser Bücher. Dieses Buch wurde 2011 veröffentlicht.

Fortsetzung folgt. Vermutlich sehr bald.