Niemand hat sie darauf vorbereitet

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In “Das Juwel – Die Gabe”, dem ersten Band der Juwelen-Trilogie von Amy Ewing, geht es um ein junges Mädchen, das einige ungewöhnliche Fähigkeiten besitzt, gleichzusetzen mit Magie. Viel kann sie damit nicht anfangen. Sie kann Pflanzen schneller wachsen lassen oder die Farbe von Gegenständen oder Haaren verändern. Und vor allem kann sie die Kinder der Adligen gebären. Der Adel hat sich genetisch selber ruiniert und erhält sich so den Nachwuchs. Doch niemand erzählt den erwählten jungen Frauen mit den Fähigkeiten, dass sie als Sklaven des Adels leben müssen und misshandelt werden und dass sie definitiv nach der Geburt eines Kindes sterben.
Wenn du das erfährst und dich jemand retten möchte, damit du an der Seite der Rebellion kämpfst, dann brauchst du nicht lange überlegen. Außer…. du verliebst dich ausgerechnet an dem Ort, an dem du gefangen gehalten wirst.

Ich muss gestehen, dass ich mir dieses Buch nur geholt habe, weil ich den Tipp erhalten habe, während der Schwangerschaft nur seichte Kost zu lesen (was übrigens totaler Quatsch ist). Was das anbelangt, war das Buch eine wahre Enttäuschung. Tatsächlich entpuppte sich das Buch als tiefgreifend, aufwühlend und unglaublich spannend. Natürlich habe ich mich umgehend darum gekümmert, auch die zwei Folgebände zu bekommen.

Das Buch erschien 2015 auf deutsch und wurde als erster Teil einer Trilogie herausgegeben. 2018 erschienen Band zwei (“Die weiße Rose”) und Band drei (“Der schwarze Schlüssel”). Somit ist die Trilogie eigentlich abgeschlossen. Doch 2016/17 wurden Nebengeschichten (“Das Haus vom Stein”, “Garnets Geschichte”) als Begleitbücher herausgebracht.

Wie man Menschen leicht unterdrückt bekommt. Und sie verliert.

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Mit “Tödliche Spiele” startet Suzanne Collins in eine fürchterliche Geschichte, die für unglaublich spannenden Lesestoff sorgt.
Die Menschen haben sich bis aufs Letzte bekämpft. Die Obrigkeit gewinnt und unterdrückt die Bevölkerung, indem diese in Gebiete und Nutzen getrennt werden und man ihre Kinder jährlich zur Schlachtbank führt. Doch schon ein kleiner Funke reicht und die Bevölkerung steht auf, um sich zu wehren. Im ersten Buch erlebt der Leser die Geschichte des ersten Funkens. Ein Mädchen, dass sich opfert, um die eigene Schwester zu retten. Ein Mädchen, dass (unbewusst) ein Gegner für die Obrigkeit wird.


Ich verstehe nicht, warum man diese Buchreihe als Jugendbuch deklariert. Die Geschichte ist grausam. Es ist fürchterlich, wenn man sich während des Lesens in die Figur reindenkt und miterlebt, wie sich Kinder gegenseitig töten, wie sie leiden und zu welchen Grausamkeiten sie fähig sind. Das Buch ist fantastisch – ohne Frage. Es ist mitreißend und spannend bis zum Schluss. Ein grandioser Auftakt. Ich habe jede Minute Lesen geliebt und gehasst. Und gleichzeitig wird ein kritischer Blick auf die heutige Gesellschaft und die potenzielle Entwicklung geworfen. Ein Buch, das Spaß macht und zum Denken anregt.

Das Buch ist 2009 auf Deutsch erschienen und wurde mit “Gefährliche Liebe” und “Flammender Zorn” fortgeschrieben.

Wenn Dämonen die Welt beherrschen

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Also dieses Buch hat mich einfach glücklich gemacht. Teil 1 des Dämonen-Zyklus, “Das Lied der Dunkelheit”, von Peter V. Brett. Wie ihr sicherlich bereits mitbekommen habt, lese ich unheimlich viel und liebend gern Fantasy. Immer, wenn mir solch ein Buch wie dieses in die Hände kommt, fühle ich mich in der Wahl des Genres bestätigt.
Dämonen, die in der Nacht aus den Tiefen der Erde auftauchen; Menschen, die ihre alte Magie wiederentdecken müssen; Liebe; Hass; Kulturstreit; einen widersprüchlichen Helden. Dieses Buch hat alles. Was mir auch gefällt, sind die verschiedenen Figuren, mit denen man mitfiebert, egal ob gut oder böse.

Der Schreibstil ist einfach, aber klar und sauber. Das Buch liest sich schnell weg. Den Figuren und der Welt rundherum wird Leben eingehaucht. Die Geschichte ist spannend und relativ neuartig. Für mich ein absolutes Muss.
Übrigens ein weiterer Vorteil: Die Reihe hat bereits 6 Bücher und zusätzlich 4 (kurze) Einzelromane.

Der 1. Teil der Reihe wurde 2009 veröffentlicht. Mittlerweile wurde die Reihe mit fünf Büchern fortgesetzt (“Das Flüstern der Nacht”, “Die Flammen der Dämmerung”, “Der Thron der Finsternis”, “Das Leuchten der Magie” und “Die Stimmen des Abgrunds”). Zusätzlich wurden vier Nebengeschichten auf den Markt gebracht (“Der große Basar”, “Brayan´s Gold”, “Das Erbe des Kuriers” und “Selias Geheimnis”).

Wir zerstören ihre Welt. Also zerstören sie uns?

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In seinem Thriller “Die Kinder” zeigt Wulf Dorn mit einer gänzlich unglaublichen Geschichte, was wir heute falsch machen und gleichzeitig einen Weg hinaus. Wenn auch einen recht radikalen Weg.
Hier wird man vor die Möglichkeit gestellt, dass das Beste unserer Welt uns das Schlimmste antut. Kinder werden zu Mördern gemacht, missbraucht und misshandelt, man lässt sie verhungern und und und. Jetzt wehren sie sich. Auf der ganzen Welt schließen die Kinder sich mittels Telepathie zusammen und töten jeden einzelnen Erwachsenen, mit Ausnahme der Schwangeren natürlich.
Könnte dies wirklich die Erklärung für den grausamen Fund im Auto dieser Schwangeren sein? Der betreuende Psychologe kann das nicht glauben. Doch warum ist dann ein ganzes Dorf verschwunden? Haben wirklich die Kinder die Erwachsenen im Stollen beseitigt oder haben wir es hier mit einer erneuten Umweltkatastrophe zu tun, die vertuscht wurde? Findet es heraus.

Die Geschichte ist gut aufgebaut und der Leser wird am Ende doch noch kurz hinters Licht geführt. Das Buch ist gut und auch spannend, aber nichts Besonderes. Dennoch empfehlenswert.

“Die Kinder” wurde 2017 veröffentlicht.

Er tötet, um zu bestrafen

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Also gut, ich habe das Buch jetzt frisch durch und eigentlich sogar fast am Stück gelesen. Es ist grausig. Mehr braucht es hier nicht als Beschreibung. Ziel erreicht, würde ich sagen.

Der Mörder entführt meistens Töchter von Männern, die “Böses” getan haben. Die Väter erhalten erst ein Ohr, dann die Augen und schließlich die Zunge ihrer Töchter. Dann taucht die Leiche auf, meist mit einem Hinweis für die Polizei, warum er diesen Vater bestraft. Ja – den Vater. Nicht etwa das getötete (und vorher gefolterte) Mädchen soll bestraft werden, sondern der Vater. Das ist doch vollkommen irre. Wer kommt denn auf so eine kranke Idee?

Zum Buch allgemein: Die Strukturierung gefällt mir sehr gut. Die Kapitel wechseln aus der Perspektive der Ermittler in eine Art Tagebuch des Mörders, in dem er seine Geschichte erzählt. Einige Kapitel sind aus der Sicht des aktuell entführten Mädchens geschrieben. Leider kann man an den Stellen sehr gut mitfühlen. Ich behaupte, nicht weich sondern hart gekocht zu sein. Aber mich hat es einige Male geschüttelt. The Fourth Monkey ist ein kurzweiliger und mitreißender Thriller. Einziger Kritikpunkt: An mancher Stelle waren die Dialoge zwanghaft gewollt lustig.

Das Buch ist per se abgeschlossen, der Fall ist sogar irgendwie gelöst, dennoch ist eine Fortführung gut vorbereitet. Band zwei (“The Fifth to Die”) ist im Englischen bereits erhältlich. Obwohl manche Stelle wirklich eklig war und der eingeflochtene Hintergrund des Mörders sehr krank: Ich werde mir den zweiten Teil – sobald auf deutsch und als Taschenbuch verfügbar – holen! Schon allein um herauszufinden, ob und wie sich die moralischen Werte der Hauptfiguren wandeln werden.
Kurzfazit: Wer sich gern durch Thriller schockieren lässt, sollte dieses Buch lesen.

Das Buch erschien 2017 bei uns. Der Nachfolger “Das Mädchen im Eis” kommt voraussichtlich dieses Jahr heraus.

Es gibt sie – die eine Bibliothek, die alle Träume erfüllt

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… zumindest in diesem Buch: “Die unsichtbare Bibliothek” von Genevieve Cogman. Ein Buch, dass ich bis jetzt jedem empfohlen habe und das immer gut ankam, meist mit direkter Bitte um den zweiten Teil. Mittlerweile ist die Reihe vier Bücher lang.

Das Buch ist fantastisch geschrieben, mit Humor und Charme, spannend und ehrlich. Genauso müssen Bücher sein. Einmal angefangen, kann man es nicht wieder weglegen. Inhaltlich immer wieder überraschend, aber es gibt Elemente, die man sofort erkennt, so dass man der Protagonistin in Gedanken zuschreit “Tu es nicht” oder “Er ist doch ein Drache, Mensch”.
Die Idee rund um eine Bibliothek, die eine eigene Dimension darstellt und Zugänge in alle möglichen Welten erlaubt, ist fabelhaft. Die Vorstellung, dass unsere Welt parallel in anderen Entwicklungsstadien existiert, ist zauberhaft illustriert. Die Bösewichte sind geheimnisvoll und gemein. Ihr seht mich durchweg begeistert. Das Buch wird nicht für einen einzigen Satz langweilig und ist für jedes Alter und Geschlecht geeignet. Ein absolutes MUSS-MAN-GELESEN-HABEN von mir.

Das Buch erschien 2017 auf Deutsch. Die Nachfolger heißen “Die maskierte Stadt”, “Die flammende Welt” und “Das dunkle Archiv”. Der fünfte Band ist auf Englisch bereits letztes Jahr erschienen.